∞ Lieblingszitat ∞

"Jene, welche die Geschichte missachten, sind dazu verdammt, sie zu wiederholen."

-"The Iron Thorn - Flüsternde Magie" von Caitlin Kittredge

Samstag, 17. September 2016

Rezension: Ein ganzes halbes Jahr (Jojo Moyes) [Hörbuch] Band #1

Titel: Ein ganzes halbes Jahr
Autor: Jojo Moyes
Originaltitel: "Me Before You"
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Genre: Roman
Seiten: 544 (TB)
Reihe: Lou & Will (Band 1)
Beendet: /
Taschenbuch: € 9,99
ebook: € 9,99
Hörbuch: € 7,19
ISBN: 978-3-4992-7279-0
mehr dazu: Amazon  Autorin Jojo Moyes 







Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.
Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will.
Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.


(2007)
"Als er aus dem Bad kommt ist sie wach, hat sich gegen das Kopfkissen gelehnt und blättert durch die Reiseprospekte, die neben seinem Bett gelegen haben."


Fantasy: ☆☆☆☆☆
Humor: ★★★★★
Erotik: ★☆☆☆☆
Horror: ☆☆☆☆☆
Schreibstil: ★★★★★
Anspruch:★★★★☆
Unvorhersehbar:★★★☆☆
Spannung: ★★★☆☆
Story: ★★★★☆

Gesamtwertung: ★★★★☆



Ja, hier weiß ich tatsächlich gar nicht, wie ich anfangen soll. Es ist wirklich schon eine ganze Weile her, dass ich das Buch angefangen habe. Dafür habe ich es erst vor ein paar Wochen beendet. Ich habe das Buch über einen sehr langen Zeitraum gehört. Es waren etwas mehr als zwei Monate. Das Hörbuch hat mich auf meiner Reise von Deutschland nach Neuseeland begleitet und war für mich quasi der Übergang. Ich kann mich deshalb nur noch wenig an den Anfang erinnern. Der “Schreibstil” hat mir von Anfang an aber sehr gut gefallen. Es war anspruchsvoll, aber dennoch konnte man einfach gut zuhören und sich ganz der Geschichte hingeben. Dass zwischen Lou und Patrick nicht alles im grünen Bereich ist, wird dem Leser von Anfang an klar. Ich weiß noch, dass ich Lou’s Job in dem kleinen Café ziemlich toll fand. Andererseits hatte ich aber ein bisschen Mitleid mit ihr, weil das das einzige war, das sie bisher in ihrem Leben aufregend fand. Trotzdem hat mich Louisa Clark während des ganzen Buches sehr oft zur Weißglut gebracht. Manchmal kam sie einem wahnsinnig naiv vor. Letzten Endes wusste man aber, dass es ihr immer nur darum ging, die Menschen zu schützen, die ihr wichtig waren. Und dabei macht ja bekanntlich jeder die größten Fehler. Louisa ist im Grunde einfach ein herzensguter Mensch, den jeder, der sie nur ein bisschen besser kennt, vor allem Übel der Welt schützen möchte. Sie hat in diesem Buch aber Erfahrungen gesammelt, die sie selbst zu einem sehr starken Menschen machen. Meiner Meinung nach zeigt sich das aber am Ende des Buches noch nicht wirklich. Ich glaube nämlich, erst im Rückblick auf diese Ereignisse, wird sie selbst aufblühen können und ihren Charakter voll ausbauen. Wer das Buch noch nicht gelesen hat, kann erwarten, dass Louisa eine sehr waghalsige und gleichzeitig standfeste Entwicklung durchmacht. Sie gewinnt sehr viel an Reife.
Will Traynor ist zu Beginn der größte Arsch. Aber auch ihn und seine Intentionen lernt man während der Geschichte zu verstehen. Wenn man Lou und Will am Anfang gegenüberstellt, kann man einen Mann sehen, der die Reife in Person ist, während Lou’s Charakter pure Naivität ausstrahlt. Meiner Meinung nach vermischen sich diese beiden Aspekte während dem Buch und machen aus beiden Personen einen starken Anker.
Ich würde sagen, jeder weiß mittlerweile, wie dieses Buch endet. Aber ich bin der Meinung, dass es egal ist, wie dieses Buch endet oder wie es hätte enden können. Denn der wichtige Teil ist doch immer die Geschichte und nicht das Ende oder? Wenn wir uns als Leser nur für das Ende interessieren, warum lesen wir dann überhaupt das ganze Buch? Könnten wir nicht einfach das letzte Kapitel lesen und damit wüssten wir, wie es ausgeht? Nein, eben nicht. Wir lesen wegen der Geschichte! Denn das ist das, was hinter einem Menschen steckt. Denn in Wahrheit gibt es doch gar kein Ende. Ja, das Buch ist beendet, aber die Charaktere leben doch weiter.
Das ist meiner Meinung nach das, was hier am besten zur Geltung kommt: Das Ende des Buches ist egal, denn die Geschichte zwischen Anfang und Ende zählt. 
Zu Will muss ich allerdings auch nochmal sagen, dass ich am Ende sehr enttäuscht war, was dem Buch aber keinen Abbruch tut. Die Realität tut ja auch oft genug weh. Vermutlich fühlt sich das für viele jetzt an, wie ein Spoiler. Aber das ist es nicht unbedingt. Ihr denkt vermutlich an etwas anderes, als ich, also von daher: Nicht mit falschen Vorurteilen an das Buch gehen! ;) 
Zum Schluss nochmal zur Autorin bzw. zum Schreibstil. Ab und zu hat Jojo Moyes ein Kapitel eingebaut, dass von einer anderen Person erzählt wird. Das hat mir so gut gefallen! Wichtig war mir aber, dass sie trotzdem die komplette Hauptgeschichte von Lou selbst hat erzählen lassen. Sie hat nicht den Trend anderer Autoren übernommen, die Kapitel abwechselnd zwischen zwei Charakteren erzählen zu lassen. Es waren wir kleine Einwürfe oder Kommentare während der Geschichte. Das war einfach wahnsinnig interessant, was bestimmte, mehr aussenstehende Figuren zu etwas bestimmtem zu sagen haben. 



Wie gefällt euch das Buch? Habt ihr eventuell auch das Hörbuch gehört?
Wie kamt ihr mit dem Ende klar? Oder kennt ihr die Geschichte nur vom Erzählen, habt das Buch aber nie gelesen oder den Film gesehen? Was haltet ihr von der Idee der Geschichte?



Mein Fazit fasst ein wahnsinniges Buch zusammen. Wie soll man ein 14-stündiges Hörbuch in drei Sätzen zusammenfassen? Es ist unglaublich, was Jojo Moyes geschaffen hat. Viele würden vermutlich sagen, es ist eines der besten Bücher, die sie jemals gelesen haben. Das ist es meiner Meinung nach nicht, aber trotzdem ist es ein sehr gutes Buch! Es hat genug Witz und Charme, Ernsthaftigkeit, Streit und Traurigkeit. Es hat einen wundervollen Schreibstil und ist anspruchsvoll, aber doch gleichzeitig einfach für zwischendurch. Dieses Buch hat sich von mir 5 Sterne verdient, nicht für das Ende, das ja vermutlich fast alle schon kennen, sondern für die Geschichte selbst, denn sie ist, was zählt. :)